Der Zyklus der Hündin beginnt mit dem 1. Tag der Läufigkeit, also der Tag des ersten Bluttropfens. Der Hund hat einen sogenannten diöstrischen Zyklus. Das bedeutet die Hündin wird in der Regel zweimal pro Jahr läufig, wobei es auch individuelle Abweichungen gibt bei denen die Hündin die Läufigkeit einmal im Jahr durchlebt. Die Dauer beträgt laut Lehrbüchern in etwa 2-3 Monate für den Zyklus plus die 4-6 Monate des sogenannten Anöstrus. Somit kommt man durchschnittlich auf etwa 1 bis 2 Läufigkeiten pro Jahr.
Der Zyklus besteht aus 4 Phasen und dem anschließend folgenden Anöstrus. Was passiert nun in den einzelnen Phasen?
Proöstrus
Die erste Zyklusphase wird als Proöstrus beschrieben und ist gekennzeichnet durch auftretendes Interesse an dem männlichen Geschlecht, was sich bis zum anfänglichen Auftreten der Paarungsbereitschaft entwickelt. Diese Verhaltensänderung signalisiert einem den Start des Zyklus. In der Hündin geschieht in der Phase folgendes: Im Eierstock reifen die Follikel heran und das Östrogen (Geschlechtshormon) steigt stark an. Im Uterus kommt es zur sogenannten Proliferationsphase, also die Vermehrung von Zellen durch die Zellteilung. Sie beinhaltet den Ausbau der Schleimhaut, die steigende Produktion der Uterindrüsen und die Verflüssigung des Zervikalschleims. Bei der Hündin sieht man von außen eine rötlichere Schleimhaut bis zum deutlichen Anschwellen der Vagina und es kommt zur proöstralen Blutung, auch bekannt als die Aufbaublutung. Mit dem ersten Tropfen beginnt nun Tag 1 der Läufigkeit.
Östrus
Die zweite Phase ist der Östrus und dauert etwa 4-12 Tage. Die Paarungsbereitschaft wird nun von der Hündin in vollen Zügen ausgelebt. Sie ist unruhig, springt vielleicht auf ihre Rudelkollegen auf und möchte nun gedeckt werden. Am Ende der Phase klingt dieses Verhalten wieder ab. Innerlich wird im Eierstock der sogenannte Graf’sche Follikel ovuliert und in der Gebärmutter ist eine vermehrte Bewegung und viel dünner Zervikalschleims festzustellen. Schließlich findet in dieser Phase auch der Eisprung (Ovulation) statt.
Der weibliche Zyklus ist doch ein ziemlich komplexes Thema. Zusammengefast gibt die Blutung das Startsignal der Läufigkeit, dann kommt die Hündin in die unruhige Phase der Deckungsbereitschaft bis die Läufigkeit langsam wieder abklingt. Das Verhalten normalisiert sich und die Hündin kommt in die Ruhephase vom Zyklus.
Da kann man als Besitzer/in mal schnell den Überblick verlieren. Daher empfiehlt es sich für jede/n Hündinnenbesitzer/in ein Zyklustagebuch zu führen. Man notiert sich Tag 1, das Verhalten der Hündin, wie lange die Blutung anhält und letztendlich wie lange der ganze Zyklus Dauert. So kann der individuelle Zyklus der eigenen Hündin viel besser kennengelernt und eventuelle Veränderungen oder gar einschleichende Krankheiten schon frühzeitig erkannt werden.

Trächtige Gebärmutter mit Fokus auf die Gebärmutterhörner
- A = eröffnet
- B= noch geschlossen.
Quelle: Buch “Anatomie für die Tiermedizin”
F.-V. Salomon, H. Geyer, U. Gille, 3. aktualisierte und erweiterte Auflage 2015
Dieser Bericht ist erschienen in der LeoZeit Ausgabe Winter 2025