Ursprung und Geschichte des Leonbergers

Herkunft

Der Leonberger ist eine der ältesten gezielt gezüchteten deutschen Hunderassen. Seine Heimat ist die württembergische Stadt Leonberg, deren Name und Wappentier  “der Löwe” der Rasse ihren unverwechselbaren Namen und ihr charakteristisches Erscheinungsbild verliehen haben.

Als Begründer der Rasse gilt der Leonberger Stadtrat und Hundehändler Heinrich Essig (1808–1889). Sein Ziel war es, einen großen, kraftvollen und zugleich eleganten Hund zu züchten, dessen Erscheinungsbild an den Löwen, das Wappentier der Stadt Leonberg, erinnern sollte.

Ende der 1830er und Anfang der 1840er Jahre kreuzte Essig unter anderem eine schwarz-weiße Neufundländerhündin mit einem langhaarigen Bernhardinerrüden. Später wurden Pyrenäenberghunde in die Zucht einbezogen.

Aus diesen Verpaarungen entwickelte sich schrittweise der Leonberger, wie wir ihn heute kennen. Im Jahr 1846 wurden die ersten Hunde geboren, die den Namen „Leonberger“ trugen und bereits viele der bis heute geschätzten Eigenschaften der Rasse in sich vereinten.

 

 

Schon wenige Jahre nach seiner Entstehung erfreute sich der Leonberger großer Beliebtheit. Aufgrund seines imposanten Erscheinungsbildes und seines ausgeglichenen Wesens fand er rasch Verbreitung über die Grenzen Württembergs hinaus und wurde von Adelshäusern sowie wohlhabenden Bürgern in vielen europäischen Ländern geschätzt.

Gleichzeitig bewährte er sich als zuverlässiger Hof-, Wach- und Familienhund. Seine Vielseitigkeit, Belastbarkeit und enge Bindung an den Menschen machten ihn zu einem geschätzten Begleiter weit über die Grenzen Deutschlands hinaus.

Die Entwicklung der Rasse verlief jedoch nicht ohne Rückschläge. Mit der zunehmenden Etablierung des Bernhardiners als eigenständige Rasse geriet der Leonberger zeitweise in den Hintergrund. Ende des 19. Jahrhunderts war sein Fortbestand ernsthaft gefährdet. Erst die Gründung des Internationalen Klubs für Leonberger Hunde im Jahr 1895, die Erarbeitung eines verbindlichen Rassestandards und das Engagement verantwortungsbewusster Züchter legten den Grundstein für den Erhalt der Rasse.

 

 

Während des Ersten und insbesondere des Zweiten Weltkriegs ging der Bestand des Leonbergers drastisch zurück. Nur wenige Hunde überlebten diese Zeit. Mit großem persönlichem Einsatz gelang es engagierten Züchtern nach Kriegsende, den Bestand wieder aufzubauen und die Zucht auf eine solide Grundlage zu stellen. Ohne dieses Engagement wäre die Rasse vermutlich verloren gegangen.

Der Deutsche Club für Leonberger Hunde e. V. (DCLH) wurde 1948 gegründet und ist der Mutterverein der Rasse im Ursprungsland Deutschland. Als einziger den Leonberger im Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) vertretender Rassezuchtverein führt der DCLH das Zuchtbuch, betreut die Zucht nach den Vorgaben des FCI-Standards und trägt eine besondere Verantwortung für die Erhaltung der Gesundheit, des rassetypischen Wesens und der genetischen Vielfalt. Darüber hinaus vertritt der DCLH die Interessen des Leonbergers auf nationaler und internationaler Ebene und arbeitet eng mit den Leonberger Vereinen und Verbänden weltweit zusammen.

 

 

Heute steht der Leonberger für die gelungene Verbindung von Kraft, Eleganz und Sanftmut. Sein ruhiges, selbstsicheres Wesen, seine hohe Menschenbezogenheit und seine Vielseitigkeit machen ihn zu einem geschätzten Familien-, Begleit- und Arbeitshund. Die verantwortungsvolle Zucht im DCLH verfolgt das Ziel, diese besonderen Eigenschaften zu bewahren und den Leonberger auch für kommende Generationen als gesunden, wesensfesten und leistungsfähigen Hund zu erhalten.